Tja, nun ist es Zeit mich auch mal zu Wort zu melden! Wo soll ich anfangen? Die ersten 6 Drehtage liegen hinter uns...mir kommt es vor, als wären es schon 2 Wochen gewesen! 6 Tage voller Gesichtsfasching, Eintagesmahlzeiten, „brüllender“ Aufnahmeleiter, einer Menge Tinitus-verleihender „...und Bittes“, Katzenjagden und Kubrickparodieversuchen. Klar, Schlaf ist Mangelware, darum hat heute wohl auch das halbe Team, unter anderem auch ich, wie auf Absprache verschlafen. Aber ich muss sagen, ich sehe mit großer Freude, wie das Team immer schneller zusammenwächst – und immer mehr zu einer schlagkräftigen Produktionswaffe wird, die den Namen Grundrauschen Filmproduktion auch verdient ;o) Die großen Technikprobleme zu Beginn, die mir fast den letzten Nerv geraubt haben und denen wir so manche nächtliche Stunde gewidmet haben, scheinen zum Glück überwunden zu sein.
Mein großer Traum ist nun in Erfüllung gegangen...meine ersten 2 Tage mit einem Dolly. Was sich im ersten Augenblick wie der Name eines Schafes anhört, ermöglichte uns 4, ich denk mal doch richtig coole Fahrten, bei denen sich der Zuschauer fragen wird, wie ham die das nur gemacht!? Jan, ich weiß, wie es Dir in den Fingern gekribbelt hat und ich danke Dir noch mal für Dein Vertrauen in meine Bilder! Auch noch einmal Danke an meine Kameraassistenz und Fahrerin Carmen...nach anfänglichem Antreiben mit der Peitsche, fuhr sie mich mit Bravur durch alle Kurven – zum Glück gibt es eine Fliehkraftanzeige an jedem Stativ, so dass ich sie auf gefährlichewerdende Kurvengeschwindigkeiten rechtzeitig aufmerksam machen konnte ;o) Auf alle Fälle hat sich die 6stündige Odyssee in Weimar, die Andreas und ich durchlebt haben, als wir den Dolly abholten, gelohnt. Ich sag nur: halber Schneesturm, Kälte, Opel Kadett D Bj.82 liegengeblieben, „I´m walking“ like mit dem Kanister zur Tankstelle, 2h Stunden Wartezeit, um uns mit einem sehr unfreundlichen gelben Engel anzulegen. Auf Wiedersehen Dolly, ich hoffe, Du kommst bald wieder!
Mittlereile türmen sich bei mir bereits ca. 1200 Setfotos auf meinem Rechner. Die fleißige Nadine bringt fast jeden Drehtag gut 200 mit. Keine Angst, Ende Mai gibt’s für jeden eine CD mit den besten Bildern! Es geht nichts verloren!
Wunderbarer hätte die Zusammenarbeit mit Prof. Vowe auch nicht sein können. Dieser Schauspieler, der sich irgendwann entschieden hat, doch Professor zu werden, sieht auch mit Freuden dem nächsten Drehtag entgegen. So geht es mir auch!
...und jetzt haben wir einen Rabatt für alle Arten von Dönern und Pizzen beim Alladin, was soll da noch schief gehen?!
[ Jan ]
Ich habe das Gefühl, dass die Polizeiszenen die wtzigsten im ganzen Film werden könnten. Wenn ich da den Brettermeier sehe, wie er sich vorm dem Herrn Vowe aufbaut, dazu das dumme Gesicht von Schröder und das strenge Fräulein Ottenbruck - ich find's wirklich komisch. Schade nur, dass wir erstmal keinen Dreh mehr mit Herrn vowe haben, ich denke, wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir noch viel mehr witzige Sachen machen können. Diesbezüglich habe ich ihn wirklich unterschätzt. Er ist ja noch witziger, offener aber auch kritischer als ich dachte. Brettermeier und Schröder bräuchten eigentlich einen eigenen Film. Was soll ich dazu sagen - schaut euch das Material an.
Schade auch, dass Herr Waschke nur so eine kleine Rolle hat. Da hätten wir vielleicht auch noch mehr rausholen können - aber ein guter Anfang ist das allemal...
...ich sage A.D. (j.f.)
[ Ralf ]
Jaja, die öffentlichen Drehorte. Wenn man sich als normaler Teilnehmer am Geschehen in einem öfftnlichen Gebäude bewegt, bemerkt man so manche, für einen filmdreh unerfreuliche Sachen einfach nicht! z.B. Ortsbegehungen universitärer Menschen, die Außenstelle der Mensa und jede Menge Laufkundschaft. Trotz unserer tollen Schilder ("Dreharbeiten: Bitte gehen sie ihre gewohnten Wege und blicken Sie bitte nicht in die Kamera!") war es heute äußerst schwierig, für die nötige Ruhe am Set zu sorgen. Und so schallte heute etwas öfter als sonst der Ruf des Aufnahmeleiters durch die Flure des Faradaybaus. "Jetz is aber wirklich mal Ruhe bitte!!!" macht sich hald gegenüber diversen Professoren trotzdem nicht so gut...;-)
Und dann war so gegen 14:00 Uhr plötzlich der Strom weg! Nachdem wir schon als Übeltäter gebranntmarkt wurden und uns eine aufgebrachte Menge von Mathematikern fast lünchen wollte, kam aber wieder unser lustiger Hausmeister und erzählte uns, dass der Strom im gesamten oberen Innenstadtteil weg wäre. Aber er habe den Stadtwerken bereits erzählt, hier würden wichtige Dreharbeiten stattfinden und die teuren Kameras wären bei ihrem Mist fast kaputt gegangen...voila, 15 Minuen später war der Strom wieder da!