Ein Tag am See. Nach den Eskapaden des Vorabends war ich nicht ganz sicher, ob das bei allen mit dem Aufstehen so funktionieren würde. Problematisch schon allein deswegen, weil wir heute an einem Set drehen sollten, das doch ziemlich außerhalb von Ilmenau lag. Am Heydaer Stausee. Aber es wurden doch noch alle rechtzeitig wach. Technik einladen, zu meiner Freude mal wieder alles was da is, man weiß ja nie... und dann ab nach Heyda. Da es sich mangels Platz am Set mit der Leuchterei in Grenzen halten sollte, war das Set relativ schnell aufgebaut und die Dreharbeiten konnten beginnen. Das Team hatte es sich derweilen im Hotel am See gemütlich gemacht, wo wir dankenswerter Weise auch unseren Strom ziehen durften. Denn normalerweise heißt es ja in der kleinen Aufnahmeleiterfiebel: Dreh am See, Strom ade...! Ja ich gebs zu, der war nicht soooo toll...;-) Doch allen hat es Spaß gemacht und es wurde ein schöner Drehtag mit einem ferngesteuerten Fischsarg, einem Peter in Priesterkutte und dem Freien Wort, auf dessen Beitrag wir allerdings bis heute vergeblich warten... Grund dafür waren wahrscheinlich die schrecklichen Ereignisse in Erfurt, die, trotz Jans aufgeregtem Telefonieren, wohl auch den MDR davon abhielten, mit einem Kamerateam ans Set zu kommen. Als so gegen Mittag die Meldung das Set erreichte, in Erfurt läuft jemand Amok, hielten das die meisten noch für einen recht polemischen Scherz. Doch wie sich schnell herausstellte, sollte es einer der schwärzesten Tage in der deutschen Geschichte werden. But the Show must go on! Schließlich schlug dann auch noch das Wetter um, was Gibsi, Jan, Dominik und ich Ich vor allem auf dem Boot zu spüren bekamen. Mittlerweile war nämlich auch die "Rennsteig" klar gemacht worden und wir stachen samt Technik in die "Stau"-See. Für mich als überzeugten Bergmenschen eine etwas befremdliche Erfahrung, vor allem als sich das Boot mehrfach fast bis zur Wasserkante neigte... auch als mir beim Segeleinholen irgendein blöder Quermast von der Dicke eines trainierten Oberarmes auf die Birne schlug, kamen einige Zweifel auf! Aber was tut man nicht alles und so hatten wir den ersten "Wasserdolly" in Ilmenaus Filmgeschichte... hat auf jeden Fall gefetzt. Gerade noch rechtzeitig bevor der Sturm so richtig losbrach erreichten wir das sichere Ufer, um uns von einem etwas durchgeweichten Peter Nottmeier zu verabschieden, dem der Dreh ganz offensichtlich richtig Spaß gemacht hatte. An dieser Stelle nochmal vielen Dank für die Geduld!