Ein letztes mal sollte heute bei unserer kleinen Produktion Jans erleichtertes "Danke!" erschallen. Ein denkwürdiger Augenblick. Gleich zwei Drehorte standen heute auf dem Programm. Zuerst nochmal die Polizeistation von außen, da beim ersten Mal der Brettermeier nicht dabei sein konnte. Das zweite Set sollte ein Lehrraum des Ilmenauer Kreiskrankenhauses werden. Die dortige Belegschaft hatte und freundlicherweise mit Tonnen von Mullbinden und Bandagen ausgestattet, so dass es ein Leichtes war, unsere zwei Polizisten in eine Mischung aus Ordnungshüter, Brandofer und Mumie zu verwandeln. Als Krankenschwester hatte Brettermeier seine Freundin mitgebracht, die ihre Rolle sehr überzeugend spielte. Und dann war plötzlich alles vorbei. Und obwohl man diesen Moment, die letzte Klappe, oft genug herbeigesehnt, oft genug gefürchtet hatte, wollte sich bei mir noch keine so rechte Stimmung breit machen. Vielleicht auch, weil uns noch ein intensives Technikreinigen der gesamten Ausrüstung bevorstehen sollte. Nachdem wir das Krankenhaus geräumt hatten, gings in die Praxis und die gesamte Technik wurde zum Schrubben in der Fußgängerzone ausgebreitet. Und dann dementsprechend geschrubbt. Als wir damit schließlich fertig waren, gings in die Post zum Essen. Und hier wurde einem so langsam aber sicher deutlich, was eigentlich passiert war. Wir hatten es wirklich geschafft! Fast 30 Drehtage waren vorüber gegangen und alles war im Kasten! Es ging weiter in die Zentrale, dann in den "H" und schließlich wieder zu uns, in die Praxis, dorthin wo alles begonnen hatte. Dorthin wo wochenlang zwei Verrückte die Köpfe zusammengesteckt und eine Story eintwickelt hatten, die ihresgleichen sucht, wo Jan, Andy und meine Wenigkeit so manche durchwachhte Nacht heftige Diskussionen über Lichtaufbau- und Drehzeiten, Storyboards und Dispos geführt hatten. Dorthin wo wochenlang jeden Tag eine ganze Horde mit dreckigen Schuhen eingerückt war, um tonnenweise Technik ein- und auszuladen, dorthin! Unsere Euphorie zog sich dann noch bis morgens um sieben hin, und die WG sollte noch ein letztes Mal so richtig eingesaut werden! Aber nichts desto trotz, es war eine geile Zeit, mit Hochs und Tiefs, Freude und Streit und allem, was sonst noch so dazugehört. Und ohne jetz melancholisch werden zu wollen (fällt schon schwer...schnüffz!), bin ich stolz und dankbar, dass ich ein Teil dieses ganzen Irrsinns sein durfte! Ein riesen Dankeschön an alle, die das ermöglicht haben!